• Schriftsteller
    Udo Weinbörner




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  • DIESER SOMMER IN TRIEST!

    Ein spannender Sommerroman für Italienliebhaber



  • Romane:

    Die Stunde der Räuber

    Lieber tod als Sklave

    Georg Büchner
    Das Herz So Rot

    Der General des Bey

    Dieser Sommer in Triest

Copyright 2019
schiller kopf2 grafikentwurf
[Banner mit Ausschnitt aus Portrait von Ludovike Simonowitz, 1774 und Schillers Namenszeichnung]
 
    

Schiller Roman Teil 1 cover Udo Weinbörner, Die Stunde der Räuber/Der Schiller-Roman/Erster Teil, Fehnland Verlag, Rhauderfehn, Taschenbuch /wertiges Klappbroschur, ca. 424 Seiten, ISBN 978-3947220311; auch als E-Book in allen gängigen Formaten erhältlich
Die offizielle Buchpräsentation rückt näher und näher, die Hektik der Werbemaßnahmen nimmt zu und die Zeit zum Schreiben ab... Aber das muss so sein, denn die Veranstaltung am Freitag, den 11. Oktober 2019, 19:00 Uhr in Swisttal-Schloss Miel ist schon etwas Besonderes. Dies kann man sicherlich auch schon daran festmachen, dass die Veranstaltung im Rahmen der Swisttaler Lesetage von der Frau Bürgermeisterin Kalkbrenner persönlich eröffnet wird. Gespielt wird auch noch auf dem Klavier Musik von Schillers Lieblingskomponist Johann Sebastian Bach (Klavier: Gräfin Schwerin). Neben der Lesung aus den Buchkapiteln wird der Autor auch über seine Arbeit an dem Roman erzählen und zusammen mit seiner Ehefrau Zeitzeugenberichte aus Schillers Zeit einstreuen. Roman und Lesung werden sicherlich selbst für Schiller Kenner noch einige besondere Momente und Überraschungen bereit halten. Friedrich Schiller steht bei Weinbörner nicht als Klassiker auf einem Denkmalssockel, sondern sehr lebendig und "stürmend und drängend" mitten uns. Lesen Sie das Buch, kommen Sie zur Buchpräsentation, begegnen Sie dem Autor, lernen Sie Schiller neu kennen!Wir sehen uns! Udo Weinbörner
 

 

 

Die Geschichte des Romans

 

 

Lesung Weinbrner Kath. Bcherei St Martin Rheinbach 2018Als ich im Jahr 1998 Weimar besuchte, geschah dies eher im Rahmen einer Stippvisite, denn meine Frau und ich wollten im Mai am Rennsteig-Marathonlauf teilnehmen. Ankommen war unser Ziel und so  blieben wir von falschem Ehrgeiz verschont und besuchten am Tag vor dem Start Weimar. Die Stadt zeigte sich damals noch nicht von ihrer schönsten Seite, denn überall musste man fast buchstäblich "über Baustellen steigen". Viele Häuserfassaden und Dächer waren noch renovierungsbedürftig und überall herrschte Betriebsamkeit, die einen beschaulichen Rundgang in Sachen Kultur stets ein wenig störte. Im Jahr 1999 sollte Weimar nämlich als Kulturhauptstadt Europas in neuem Glanz erstrahlen. So wandelten meine Frau und ich ein wenig auf Goethes, Schillers und Wielands Spuren und machten - dies war die positive Kehrseite der Medaille - auch manch überraschende Entdeckung, die so heute nicht mehr möglich ist. Beispielsweise fanden wir uns anlässlich verschiedener Ausweichwege (der Baustellen wegen) auf dem Jakobsfriedhof mit der dazugehörigen Kirche wieder. Wir bestiegen die in bedenklichem Zustand befindliche Türmerwohnung unmittelbar bei den Glocken des Turms und blickten auf das Landschaftskassengewölbe, wo ich kurze Zeit später bereits vermuten sollte, dass sich Schillers sterbliche Überreste immer noch hier und nicht in der Fürstengruft befänden. Alles in allem beschlossen wir, Weimar erneut zu besuchen, um die Orte und Plätze der Weimarer Klassik und des Bauhauses einmal ohne Baustellen richtig zu genießen. Natürlich führte unser Weg damals auch ins Schiller- und ins Goethe-Haus und dort stieß ich im Andenkenshop auf einige Schiller-Zitate, die Goethe zugeschrieben wurden, der, was die museale Aufbereitung anging, damals auch wesentlich besser abschnitt. Mit Schillers Freigeist hatten schon immer einige politische Instanzen ihre Schwierigkeiten. Ich gebe zu, dies beschäftigte mich noch nachhaltig, als ich einige Tage später wieder auf dem Weg zurück ins Rheinland war. Und ich erinnerte mich daran, dass mich etwas über 20 Jahre zuvor - zu meinem zwanzigsten Geburtstag - an meinem damaligen Studienort ein ungewöhnliches Geburtstagspaket meines Vaters erreicht hatte. Ungewöhnlich vor allem deshalb, weil ich mir damals nicht erklären konnte, wie mein Vater, der als Arbeiter kaum eine Beziehung zu Büchern hatte, auf die Idee gekommen war, mir Schillers gesammelte Werke in einer dreibändigen Dünndruckausgabe des Hanser Verlages zu schenken. Gewünscht hatte ich mir diese Art von Lektüre jedenfalls nicht. Ich hatte mich artig bedankt, diese drei schönen Bände dekorativ ins Regal gestellt und vergessen. Jetzt, zwanzig Jahre später, erinnerte ich mich an sie, nahm den ersten Band zur Hand und begann zu blättern und zu lesen. Da rutschte die Glückwunschkarte, die mein Vater mit seiner schwerfälligen Handschrift und mit wenigen, aber herzlichen Worten an mich adressiert hatte, aus den Seiten. Mein Vater, in seinem 51 Lebensjahr viel zu früh gestorben, war mir plötzlich gegenwärtig wie schon lange nicht mehr. Etwas in mir geriet in Bewegung... Ich brauchte nicht lange und ich las mich in Schillers Texten fest, und als ich mich dann intensiver mit seinem Leben beschäftigte, war es um mich geschehen. Der Wunsch, über Friedrich Schiller zu schreiben, war geboren und er ließ mich über Jahre und Jahrzehnte nicht los. Je älter ich werde, desto mehr fasziniert mich dieser Mensch Friedrich Schiller.

Es war tatsächlich nicht geplant und ein glücklicher Zufall, dass ich ausgerechnet zum 200. Todesjahr Schillers im Jahr 2005 mit der ersten Fassung meines Schiller Romans fertig wurde und dann sofort beim Verlag Langen-Müller in München auf eine begeisterte Lektorin stieß, die sich für das Buch und mich als Autor unglaublich persönlich engagiert hat. Groß angelegte Werbung, Plakate, Flyer und im Verlagsteam immer mehr Schiller infizierte Verlagsmitarbeiterinnen. Man hat mir erzählt, dass der Verlag zur Straße bzw, im Flurbereich einen Schaukasten hat, der mit dem Cover meines Buches geschmückt war. Zum Schillerjahr 2005 dann noch ein Fernsehauftritt im MDR in Magdeburg über eine Stunde im Studio zum Sonderthema "Schiller". Natürlich freute ich mich über diese ungeheuere Resonanz! So etwas hatte ich bislang nur im Sachbuchbereich erlebt - und selbst da wäre es noch etwas ganz besonderes gewesen! Die ersten Besprechungen trafen ein, alle durchweg gut, bis sehr gut. Sogar einige große Frauenzeitschriften gaben Leseempfehlungen! Doch ich behielt Bodenhaftung und blieb skeptisch: Der Verlag titelte selbstbewusst "Schiller/Der Roman"! Natürlich "Der Roman" - es gab aktuell keinen anderen aktuellen über Schillers ganzes Leben. Ehrenbürgerschaftsurkunde Schiller Ausstellung Marbach 2019 Weinbörner(Foto: Verleihung der französischen Ehrenbürgerschaft an Schiller, Urkunde durch Danton gezeichnet - Foto privat mit Gen. Marbach Ausstellung) Lesenswertes, erzähltes über Lebensabschnitte, ja, aber nicht das Wagnis einer Gesamtschau. Die war bislang nur den großen Biografien und Werken der Literaturwissenschaftler vorbehalten geblieben. Aber ich bildete mir keineswegs ein, einen aus guten Gründen erfolgreichen Rüdiger Safranski, mit seinem "Schiller oder Die Erfindung des Deutschen Idealismus" oder Bücher, wie Peter-André Alt, "Schiller/Leben, Werk, Zeit in zwei Bänden" oder Sigrid Damm, "Das Leben des Friedrich Schiller/Eine Wanderung", um nur diese aus einem großen Reigen von Neuerscheinungen zu nennen, die 2005 auf den Markt drängten, überflüssig zu machen. Dieses Prinzip eines Heinrich Heine: "Schlage die Trommel und fürchte dich nicht!" hatte ich noch nicht verinnerlicht. Zu sehr war und bin ich mir der Größe dieses Friedrich Schillers und seines Werkes bewusst, auch wenn es mir immer wieder darum geht, erzählend deutlich zu machen, dass er ein ganz normaler, ein leidenschaftlicher, leidender, intensiv lebender und viel zu früh gestorbener Mensch war. Irgendwie kommt man sich als Erzähler, wenn die Maschinerie der Feuilletons sich erst einmal auf die fachlichen Aspekte der Literaturgeschichte eingelassen hat, bei allem bescheidenen Erfolg dann sogar klein und überflüssig vor. Man ist als Romanautor Gefühlen verpflichtet, spielt mit Material, das einmal lebendig war, versucht, Dinge sichtbar zu machen, wo sich der Wissenschaftler vor dem staunenden Publikum an die Brust schlägt und faktenreich ausruft: So war es und wenn es nicht so war, weiß ich wenigstens warum! Das erste persönliche Zusammentreffen mit einem der ganz Großen unter den Schillerexperten aus dem Literaturbetrieb fand für mich dann in Bonn statt. Jemand raunte mir vor der Lesung zu: "Da vorn in der ersten Reihe, das ist Prof. Norbert Oellers von der Uni Bonn. Ich schluckte - sein großformatiges Schiller -Buch war mir während meiner ganzen Romanarbeit ein treuer Ratgeber und Leitfaden gewesen. Da saß ein Experte und ich würde ihm gleich Schiller-Geschichten erzählen... Wenn das nur gut ging! Ich sprach mir Mut zu, erinnerte mich an den jahrelangen Schreibprozess, die eigenen Recherchen. Natürlich würde ich einem, der wie Prof. Oellers in der Schiller Forschung Maßstäbe setzte, nicht wirklich etwas entgegensetzen können. Ich wurde nervös - sehr nervös sogar. Die erste Viertelstunde der Lesung geriet mir eher schlecht als recht. Ich fühlte mich wie in einer Prüfungssituation. Doch dann in der Pause nur ein, zwei Fragen und eine kurze, freundliche fachliche Diskussion darüber, warum ich meinen Schwerpunkt in den Jugendjahren Schillers und wenigstens Seitenzahlen mäßig nicht in der Entstehung seiner großen Werke (etwas über 1/3 des Romans entfällt allein auf Schillers Akademiezeit). Ich erläuterte, wie ich nach der Recherche vorgegangen war, wie ich immer vorgehe. Ich frage mich, was war im Leben dieses Menschen, das ihn so geprägt hat, dass dies aus ihm geworden ist, wo sind seine existenziellen Erfahrungen gewesen, die dazu geführt haben, dass ihm beispielweise das Freiheitsdrama des Wilhelm Tell nur in wenigen Tagen und Wochen (und dies bei seinem schlechten Gesundheitszustand!) aus der Feder geflossen ist, während sich Goethe Jahre lang daran die Zähne ausgebissen hatte und nichts zu Papier brachte. Warum schreibt einer wie Schiller Balladen, wie die Bürgschaft zum Thema Freundschaft und auf diese Weise, um Leben und Tod ringend? Für mich war die entscheidende existenzielle Prägung von Schiller die Drangsal der Tyrannei durch die Anstalten des Herzogs Carl Eugen von Württemberg und seine Errettung durch einen engen, verschworenen Kreis von Freunden. Ein Kind, isoliert von seinen Eltern, aus der vertrauten Umgebung gerissen und unter militärischen Drill gezwungen, wird traumatisiert. Dies ist mein Ansatz für die Erzählung von Schillers Leben geworden und aus diesem Grund dieser biografische, einfühlsame Erzählansatz, der dieser Zeit einen Schwerpunkt einräumt. Prof. Oellers äußerte Verständnis, ich wurde selbstsicherer für die zweite Hälfte der Lesung und bekam am Ende vor vollem Haus auch aus der Expertenecke Applaus.

 

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