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Leserunden / Wer ist wer in dem Roman? "Der lange Weg nach Weimar"

 

 

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zum Schiller-Roman Teil 1 die Stunde der Räuber auch unter dem dortigen Link bereits eingerichtet.

 

Der lange Weg nach Weimar

Anne und Udo Weinbörner bei der Schiller Lesung in Schloss Miel im Oktober 2019 1

Bilder: Buchcover und Anne Labus (Weinbörner), Schriftstellerin und Udo Weinbörner bei

der Buchpräsentation in Schloss Miel

 

 

 

 

 

 

 

 Abel: Professor Jakob Friedrich von Abel, geboren am 9. Mai 1751 zu Vaihingen an der Enz in Württemberg, war Professor der Philosophie an der Karlsakademie und Schillers Lehrer. 1790 wurde er Professor der praktischen Philosophie an der Universität Tübingen, 1793 zuständiger Ausbilder für die württembergischen Gymnasien und Schulen, 1825 Generalsuperintendent in Urach, später in Stuttgart. Er starb am 7. Juli 1829 in Schorndorf. Auf Einladung seines alten Akademielehrers Prof. Abel fuhr Schiller zusammen mit Friedrich von Hoven im März 1794 für drei Tage nach Tübingen. Er wohnte mit Abel zusammen in der Bursa. In Tübingen begegnete er zum ersten Mal dem Verleger Cotta. Schiller nutzte seinen Aufenthalt in Tübingen auch, um mehrere Male zusammen mit den Studenten dort zu speisen und sich heiter und angeregt zu unterhalten – und diese (so berichtete Abel) hingen mit „Liebe und Bewunderung“ an seinen Lippen. Schiller spielte sogar kurz mit dem Gedanken eine Professorenstelle in Tübingen anzunehmen.

Dannecker: Johann Heinrich von Dannecker, dannecker16. Oktober 1758 in Stuttgart als  Sohn eines Stallknechts und Kutschers im Dienste des württembergischen Herzogs geboren. Er kam 1771 in die „Militärische Pflanzschule“ auf der Solitude bei Stuttgart. Zunächst als Balletttänzer, bald als Bildhauereleve, besuchte Dannecker das herzogliche Institut, das 1773 zur Militärakademie und 1782, nach Stuttgart verlegt, als Hohe Karlsschule zur Universität erhoben wurde, bis 1780. Für seine künstlerische Ausbildung waren u.a. Johann Valentin Sonnenschein (1749–1828) und Pierre François Lejeune (1721–1790) als Bildhauer und der Maler Adolf Friedrich Harper (1725–1806) zuständig. Besondere Erwähnung verdient die Ausbildung durch den Leiter der Künstlerfakultät der Karlsschule Nicolas Guibal (1725–1784). Dannecker und ein Mitschüler (Scheffauer) wurden mit ihrem Abschluss an der Karlsschule zum Hofbildhauer bei lebenslanger Dienstverpflichtung ernannt und mit ersten Aufträgen betraut. Ein herzogliches Stipendium erlaubte den beiden Bildhauern 1783 einen zweijährigen Aufenthalt in Paris, wo sie durch Vermittlung von Nicolas Guibal im Atelier von Augustin Pajou (1730–1809) arbeiten konnten. Es folgten vier Studienjahre in Rom, die Dannecker künstlerisch stark prägenten. Freundschaftlichen Umgang pflegten sie mit Antonio Canova (1757–1822) und dem Schweizer Bildhauer Alexander Trippel (1743–1793). Unter den Stuttgarter Eleven zählte auch Schiller zu Danneckers Freundeskreis. Später wurde Dannecker zum Professoren der Hohen Karlsschule ernannt und nach Aufhebung der Karlsschule setzte er seine Lehrtätigkeit im privaten Rahmen fort. Seine vorteilhafte Heirat mit der Kaufmannstochter Heinrike Rapp (1773–1823) enthob ihn aller materieller Sorgen und machte ihn zu einem angesehenen Mitglied der Stuttgarter Gesellschaft und sein Haus in prominenter Lage am Schlossplatz "die Danneckerei" zu einem kulturellen Mittelpunkt der Residenzstadt. Die klassische Schillerbüste ist eines seiner Hauptwerke. In Wirklichkeit waren es mehrere aus den Jahren 1793 und 1805. 1803 entstand ein erstes Tonmodell der Ariadne auf dem Panther, die 1814 in Marmor ausgeführt werden konnte. Der Frankfurter Freiherr Simon Moritz von Bethmann erwarb dieses Werk 1810 mit einem Gipsabdruck und stellte die Marmorversion 1816 im eigens errichteten Museum Ariadneum aus, dem ersten öffentlichen Frankfurter Museum. Die Ariadne wurde dort von einem internationalen Publikum wahrgenommen und erreichte außerordentliche Popularität; sie wurde vielfach reproduziert. Um 1835 begann seine geistige Umnachtung (in einem Anfall verstümmelt er seine Schillerbüste – das Modell blieb erhalten und wurde mehrfach reproduziert). Am 8. Dezember 1841 starb Johann Heinrich von Dannecker. Er ist auf dem Stuttgarter Hoppenlaufriedhof begraben.

Streicher: Johann Andreas Streicher (1761 - 1833): Geboren am 17. Dezember 1761 in Stuttgart, damit zwei Jahre jünger als Schiller, musste er schon sehr früh den Tod seines Vaters, eines Maurermeisters erleiden und wuchs in einem Waisenhaus auf. Er hatte keine musikalische Ausbildung und war was seine späteren Kenntnisse und Fähigkeiten auf Klavier und Orgel anging wohl so etwas wie ein musikalisches Naturtalent und ein Autodidakt. Zum Freund von Schiller wurde er an der Karlsschule. Streiche faszinierte es, wie Schiller „durch Anhören trauriger oder lebhafter Musik oft außer sich selbst versetzt wurde“. Man kann die Rolle, die Streicher als Freund im Schillerschen Leben in einem entscheidenden Abschnitt und damit letztendlich für dessen ganzes Werk gespielt hat, wohl gar nicht hoch genug veranschlagen. Als er in der Nacht vom 22. auf den 23. September 1782 mit Schiller aus Stuttgart floh und den illegalen Grenzübertritt in die Pfalz wagte, riskierte er wegen der Beihilfe zur Flucht dieses bereits wegen unerlaubter Abwesenheit von der Truppe vorbestraften Regimentsmedikus ebenfalls Kopf und Kragen. Und sie waren in der Pfalz als Fahnenflüchtige kaum vor dem Zugriff des Herzogs sicher. In dieser Situation lebten Schiller und er vor seinen Ersparnissen, und es war Streicher, der seinen Traum bei Carl Philipp Emanuel Bach, dem wichtigsten ‚modernen‘ Komponisten der damaligen Zeit, in Hamburg Unterricht zu nehmen, für Schillers Fortkommen, ja sagen wir ruhig, angesichts der elenden Zustände der beiden, auch für dessen Überleben, aufzugeben. Streicher bewunderte Schillers Begabung und blieb selbst Autodidakt. Als Schiller Mannheim schließlich Richtung Leipzig und Dresden verließ, trennten sich die Wege der Freunde endgültig. Streicher schlug sich als Klavierlehrer durch, arrangierte sogar zwei Opern für Aufführungen in Mannheim und Stieler Flucht Schiller StreicherSchillerhaus Weimar
zog anschließend nach München, wo der die Tochter des Augsburger Klavierbauers Stein, Maria Anna Stein, heiratete. Seine Nanette war eine begabte Pianistin, die mit ihrem Bruder nach dem Tod des Vaters das Klavierbauergeschäft erfolgreich nach Wien verlegte. Dort wurde auch Streicher heimisch, befreundete sich mit Beethoven und unterhielt einen Salon, der, als er größer wurde, sich zur Gesellschaft der Musikfreunde auswuchs, die bis heute im Wiener Kulturbetrieb höchst einflussreich ist. Streichers Nanette kümmerte sich um den chaotischen Haushalt des großen Beethoven und Streicher engagierte sich für dessen Gesamtausgabe seiner Werke, veröffentlichte selbst einige Klavierwerke und arbeitete mit seiner Frau an der Herstellung von technisch weiter perfektionierten Klavieren. Beide starben sie kurz nacheinander: Nanette im Januar 1833, Andreas Streicher im Mai 1833. Posthum erschienen seine Jugenderinnerungen zu Schillers Flucht. Er war wohl einer der ersten, die in dem noch ungeschliffenen Schiller den Hochbegabten erkannten - es war seine Selbstlosigkeit, die Schiller den Weg zur Entfaltung ebnete. Das Titelbild des Romans "Der lange Weg nach Weimar" zeigt Streicher, wie er sich auf der Flucht von Mannheim nach Frankfurt um Schiller kümmert, der einen Schwächeanfall erleidet ausruhen und schlafen musste. Sie waren zu Fuß unterwegs, an Geld für die Kutsche mangelte es vollends, Geld für Verpflegung war ebenfalls knapp... "Mit einem Fuß im Kerker und fast vor Hunger gestorben. Selbst an Kerzen musste gespart werden. Uns hatte in jenem September 1782 eine Ahnung davon ergriffen, dass man, wenn man entschlossen genug war, sein Schicksal selbst in die Hand zu nehmen, die Verhältnisse ändern könnte...", schrieb er später in seinen Erinnerungen nach Schillers Tod. Streicher war es auch, der nicht müde wurde, für ein großes Schillerdenkmal in Weimar Gelder aufzutreiben und namhafte Unterstützer zu gewinnen. Der Weimarer Herzog und Goethe fürchteten Streichers "Brandbriefe" in Sachen Schiller. Nicht zu unrecht, denn selbst als Mittel genug vorhanden waren, blieb man in Weimar noch unentschlossen untätig. Einen Verbündeten in dieser Angelegenheit fand Streicher in Bürgermeister Schwabe, der schließlich 1826 die Exhumierung von Schillers Leichnam aus dem Massengrab des Landschaftskassengewölbes auf dem Jakobsfriedhof von Weimar betrieb, um Schiller anschließend eine angemessene Gedenk- und Ruhestätte zu garantieren. Er machte die Rechnung zwar mit Unterstützung des mächtigen Kreises um Andreas Streicher, jedoch ohne Goethe, der sich Schillers Schädel bringen ließ und ihn sogar gegen den Widerstand von dessen Frau Charlotte von Schiller für einige Zeit in der Herzogin Amalie Bibliothek ausstellen ließ. Heute wissen wir wissenschaftlich gesichert, dass man nicht Schillers Schädel zutage gefördert hatte und daher auch nicht Schiller in der Fürstengruft von Weimar neben Goethe bestattet liegt. Wer "seinem Schiller" einen Besuch abstatten möchte, sollte dies nach wie vor auf dem Jakobsfriedhof tun, auch wenn dort der Weg zu Schiller nicht besonders ausgewiesen ist. Er liegt immer noch im dortigen Massengrab. Ganz in der Nähe übrigens die letzte Ruhestätte von Christiane von Goethe (Vulpius). (Bild von Stihler, Flucht von Schiller und Streicher, hängt im Schillerhaus von Weimar und wird hier und für das Titelbild meines Romans "Der lange Weg nach Weimar" mit Genehmigung der Stiftung Weimarer Klassik verwendet.)

 

Caroline von Wolzogen (geborene von Lengefeld, geschiedene von Beulwitz) -(1763 - 1847):

Erinnerungen an Schiller: Schillers Stimme war nicht hell, noch wohlklingend, doch ergriff sie, wenn er selbst gerührt war oder überzeugen wollte. Etwas vom schwäbischen Dialekt hat er immer beibehalten. Er las seine Schauspiele und Gedichte gern selbst vor. Von eigentlicher Lesekunst besaß er wenig und legte auch keinen Wert darauf. Der Geist sollte zum Geiste sprechen, und das Herz zum Herzen. Seine Stimme folgte nur der inneren Rührung seines Gemüts und wurde tonvoller, wie dieses sich lebendiger regt. Sein Gang hatte gewöhnlich etwas Nachlässiges, aber bei innerer Bewegung wurde der Schritt fester.

 

Vischer, Louise Dorothea Vischer (1751-1816), Tochter des Hofmedicus André aus Stuttgart, war dem Hauptmann Vischer verheiratet. Bei seinem Tod hatte sie im frühen Witwenstand für zwei Kindern zu sorgen. Schiller wohnte in den Jahren 1781 und 1782 bei der 30-jährigen Witwe zur Untermiete. Ein Zimmer, das er sich aus Geldmangel mit seinem Freund aus der Karlsschule Franz Joseph Kapf teilte. An den Mutmaßungen, dass Schiller ein Verhältnis mit ihr gehabt habe, mag wohl etwas dran sein (siehe Schillers "Laura" Gedichte) - Aussagen seiner Schwester Christophine und von Scharffenstein deuten ebenfalls darauf hin. Später hat man der Vischerin wegen eines Verhältnisses zu einem ihrer jungen Untermieter, das nicht nohne Folgen blieb in Stuttgart einen Skandalprozess gemacht.

 

 Hoven: Friedrich Wilhelm David Daniel von Hoven (1759-1838): Schiller und Hoven verband eine lebenslange Freundschaft und tiefe Vertrautheit; sie kannten sich von Kindesbeinen an, besuchten gemeinsam die Ludwigsburger Lateinschule, später die Militärische Pflanzschule zu Ludwigsburg und dann die Karlsschule/Militärakademie in Stuttgart. Friedrich von Hoven und Schiller saßen in der Nacht des Todes von Friedrichs Bruder, August von Hoven, der mit 18 Jahren in der Karlsschule erkrankte und starb, gemeinsam mit dessen Mutter an dessen Bett. Schiller verfasste danach einen Trostbrief an den Vater und einen Brief an seine Schwester Christophine, in dem er die Verehrung des eigenen Vaters ausdrückte. Dieses schlimme Erlebnis hatte Friedrich Schiller und Friedrich von Hoven in besonderer Weise in Freundschaft miteinander verbunden. Wie Schiller wechselte Hoven vom Jura- zum Medizinstudium und wurde später nach einem Zusatzstudium Hofarzt in Ludwigsburg und Arzt am Militär-Waisenhaus des Herzogs bis 1780, später Professor in Würzburg und Obermedizinalrat in Nürnberg. In Schillers früher ‚Anthologie auf das Jahr 1782‘ finden sich Gedichte von ihm. Als Schiller, bereits Berühmtheit, viele Jahre später nach Württemberg zurückkehrte, erneuerten die beiden ihre Freundschaft (1793/94) und Schiller zog seinen Freund wegen seiner Erkrankung und seines schlechten gesundheitlichen Zustandes ins Vertrauen. Er war es auch, der Schillers Frau Charlotte bei der Geburt von Schillers erstem Sohn Karl Friedrich Ludwig (14. September 1793) beistand. Friedrich Wilhelm von Hoven hat im Alter umfangreiche Erinnerungen an Schiller veröffentlicht, auf die Überlieferung der großen Verehrung des Dichters und Musikers Schubart zurückgeht und die Geschichte eines angeblichen Besuchs von Schiller bei dem inhaftierten Schubart auf dem Hohenasperg.

 

 


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