Oktober 2014

Oktober 2014

 

Schreibwerkstatt

Sicher wünscht man sich Aufmerksamkeit und auch Erfolg, und manchmal, wenn ich merkte, dass ich Fortschritte gemacht und die billigen Taschenspielertricks einiger Kollegen längst durchschaut und für mich überwunden hatte, habe ich auch gehadert mit den schmerzhaften Erfahrungen einer Ablehnung, der Erfolglosigkeit. Aber diese Haltung: ‚Ihr verkennt mich doch, ihr Arschgeigen!‘, diese Haltung ist destruktiv! Sie führt nicht weiter. Immer hat man noch Potenzial, das noch nicht ausgeschöpft ist. Man muss nur ehrlich mit sich umgehen. Man kann immer noch aus Fehlern lernen, vieles noch einmal überdenken, auch die Niederlagen.

Vielleicht liegt es dann daran, dass ich als Schriftsteller für mich noch keinen eigenen Ausdruck als Künstler gefunden habe. Jeder Künstler braucht seine Zeit, bis sein Instrument ihm den unnachahmlichen Klang schenkt, bis er seine eigene, unverwechselbare Sprache und Ausdrucksform entdeckt. Bis er die Leinwand in der nur für ihn typischen Farbe mit den eigenwilligen Federstrichen bedeckt und letztendlich Sätze schreibt, nach denen Leser süchtig werden. Der Ruhm, ein früherer, großer Erfolg, kann einen tatsächlich klein und in naher Zukunft schon zu einer austauschbaren Ware machen. So arbeitet man demütig weiter an seiner Fähigkeit und hofft, dass die Einzigartigkeit entsteht, die dann auch bemerkt und mit Applaus bedacht wird. Hoffnung und Zweifel treiben hierbei in der richtigen Mischung den Motor für die Entwicklung an. Sie müssen sich nur, bei aller Bescheidenheit, die Waage halten. Das ist die alltägliche Arbeit.

 

 

 

 

 

"Drei Brücken" -

Handschrift

Auszug aus Text für

neu erschienen

Gedichtband

"ZART WILL ICH DICH BERÜHREN"