MAI 2014

Mai 2014
 
Auf Reisen

 

Spiekeroog. Jazz-Festival und Boogie Voogieee! Begeisterung und Natur, die schwere gesundheitliche Probleme vergessen lassen. Wenn die Kräfte schwinden, zurück zum Meer. Das Salz schmecken, Sturm, Regen und Sonne und ganz viel Inselfrieden... Zufälliges Zusammentreffen mit einer Schulkollegin nach über 30 Jahren. Das Leben am Ende einer Straße? Andererseits, es ist noch viel da vom Abiturienten 1977 in Plettenberg. Wer sind wir gewesen? Wo wollen wir hin? Was werden wir sein, solange ich noch nicht gestorben bin?

 

Spiekeroog

Das Meer leckt meine Lippen, reißt meine Antwort in den Grund, bestürmt mich mit seinen Fragen, lässt ganze Sätze aus, bläst wasserkalt die Tinte übers Blatt bis zum Zerfließen, liest ganze Kapitel anders, belauert mit Gischt ein jedes Zeichen, hadert und brandet in den Zeilen, die wie Quallen stranden und verschäumen. Das Salz lässt dich verdursten, rissig wird die Haut und trocknet rasch zu Krusten. Du flüchtest vom Ufer der Insel, erschreckt und berauscht zugleich von dieser Gewalt und Größe. Den Kopf voll fremder Worte, Fantasien, die du ins Trockene bergen willst. In deinem Rücken nur dieses Lachen der Möwen.

Pottwal in Spiekeroog

In diesen Stunden

geht der Wal an Land.

Schleicht sich die Sonne davon.

Ein kleines Windlicht brennt

am Strand verloren.

Es schweigt das Meer.

Die eigene Last erdrückt ihn im Sand,

das Singen fällt ihm schwer.

Am Morgen dann der Regen.

Der Sturm fegt alle Küsten leer.

 

Seine Knochen strahlen weiß wie neu

blutleer hoch von des Daches Streben.

Die Welt wurde ihm zu laut, zu klein,

es gab nicht Meer genug.

In diesen Stunden

lehrte man ihn fliegen

wie zum Betrug.

So ist das mit der Auferstehung eben.