JULI 2015

 

JULI 2015

TEXTE FÜR EINE UNDICHTE ZEIT:

Poesie treiben

 

Da hocke ich bei

meiner Wörterwaage:

zu schwer, zu leicht, kaum,

dass ich’s noch ertrage,

die Sonne scheint,

mein Herz springt wie berauscht davon

und wählt den Spielplatz mir mit Wippe,

auf und nieder, wie sich das reimt,

im Kescher mit den Schmetterlingen,

der freche Reim, damit ich später dann

in aller Stille den Fang

ganz ernst betrachte und dann tippe.

Erheitert rutscht ein Vers mir

über das Geländer – und

weil ich so glücklich bin,

verfolge ich ihn ungelenk,

heut‘ könnt‘ ich gerade alle lieben,

beschließe im Vorübergehn‘, eh‘ ich’s bedenk:

So viel Übermut braucht

 viel Geschenkpapier und bunte Bänder!

Ein Geschenk?

Du lachst und tanzt mit mir,

wir lieben uns,

bis an die Seitenränder.

(c) Udo Weinbörner 2015