OKTOBER 2016

OKTOBER 2016

 

Aufrecht gehen/wi(e)derstehen - Gedichte:


Beschwerliche Wege

Manche hätten ihm die Berge

am liebsten ausgeredet.

Doch er beachtete sie nicht,

ebenso wenig wie sein Alter

oder sonstiges Gepäck,

das er mit sich führte,

mied ihre Hohlwege

und das Katzengold

ihrer Versprechen.

 

Wir wussten, er kennt nur die graden Wege bergauf,

hofften jedes Mal, ihn auf dem Gipfel noch zu treffen,

auf der Anhöhe wenigstens mit weitem Blick über das ganze Land,

das sich von dort aus noch nicht verleugnet,

sich nicht krümmt, weil dieser Blick jede Anstrengung wert ist,

an jedem Tag, mit seinem aufrechten Gang.

 

(c) Udo Weinbörner