MAI 2018

MAI 2018

 

Aufrecht gehen/wi(e)derstehen/Gedichte:

 

Ein modernes Gedicht

Nein! Ich will nicht länger reimen,

nicht mit Herzblut mir die Tränen trocknen,

brauch‘ kein Versmaß und Sonnett zum Schleimen,

will echte Sprache, grelle Bilder, die mich rocken!

 

Bin der Klassik reichlich müde

und spar‘ auf leichtestes Gepäck,

da ich beim Rot der Rosen oder Lippen

leicht die Krätze kriege,

sauf‘ ich mit Rotwein mir die Muse weg!

 

Finster leuchten meine Zeilen

und jedes Bild ein Grauen und Erschrecken,

spür‘ wie die Worte mir enteilen,

die sich fürchten und verstecken.

Verdammt, du Reim, wer will dich schon?

Man sieht mich fluchend meine Zähne blecken,

will keinen Reim mehr, nicht!

…. Zu schwarzen Fräcken …

… allenfalls wie Goethe einst zum Schluss,

vielleicht ein wenig Licht, mehr aber dann nun

wirklich nicht! Hält ein Gedicht, ganz Zeitgeist und modern,

doch immer noch, was es verspricht.