HARK OLUFS - DER GENERAL DES BEY

 

2017 Neuausgabe des Erfolgstitels ist erschienen!

        im Wellhöfer Verlag, Mannheim

 DER GENERAL DES BEY

DAS ABENTEUERLICHE LEBEN DES AMRUMER SCHIFFSJUNGEN HARK OLUFS

ROMAN

Wellhöfer Verlag, 380 Seiten,

Taschenbuchausgabe für 12,95 €

Jetzt auch als e-book Ausgabe erhältlich!

Eine neue Ausgabe dieses Erfolgsromans (neu lektoriert und überarbeitet) wurde vom Wellhöfer Verlag, Mannheim herausgegeben. Zugleich auch eine E-Book-Ausgabe, nach der bereits viele Leser/innen gefragt haben! Als Autor freue ich mich sehr, dass dieser Roman jetzt seit 2010 lieferbar ist und immer noch viele Leser/innen findet.

Inhalt:

"Der General des Bey/Das abenteuerliche Leben des Amrumer Schiffsjungen Hark Olufs" -Roman- gehört auf der nordfriesischen Insel Amrum, wo in Norddorf und in Nebel Ausstellungen zu Hark Olufs zu sehen sind, inzwischen zur Pflichtlektüre eines jeden Urlaubsaufenthaltes. Obwohl Hark Olufs seit über 250 Jahren tot ist, kennt jeder auf seiner Heimatinsel Amrum seinen Namen. Der Roman erzählt seine unglaubliche (aber wahre) Lebensgeschichte. Anno 1724 vor der englischen Küste: Algerische Piraten kapern den Dreimaster 'Hoffnung'. Unter den Gefangenen ist der 15jährige Schiffsjunge Hark Olufs aus Amrum. Auf dem Sklavenmarkt von Algier wird er mehrfach verkauft, bis er schließlich als Kaffeeschenker am Hof des Bey von Constantine landet und dort auf sich aufmerksam machen kann. Doch Intrigen und unvorstellbare Gewalt setzen dem Jungen zu. Trotz aller Widrigkeiten ergreift und nutzt er seine Chance zu einer atemberaubenden Karriere am Hofe des Bey, die ihn binnen weniger Jahre zum Schatzmeister des Bey und zum General und Oberbefehlshaber der Kavallerie aufsteigen lässt. Da gerät der Bey in eine kriegerische Auseinandersetzung mit dem Bey von Tunis, dessen Truppen ihm zahlenmäßig um ein Vielfaches überlegen sind und der sich in einer unbesiegbaren Position befindet. Die Lage des Bey von Constantine scheint aussichtslos, sein Leben und das seines Hofstaates verwirkt. Da handelt Hark Olufs auf sich allein gestellt und setzt alles auf eine Karte, um das Blatt, wie schon so oft, noch einmal zu wenden ... 

[hier links das Cover der Erstausgabe von 2010 - Der Roman erscheint inzwischen in der dritten Auflage neu.]

Nach seinem Schiller-Roman erzählt Weinbörner erneut meisterhaft und mitreissend eine wahre Lebensgeschichte. Sein Roman ist hautnah am harten Leben der Seeleute an Bord, taucht ein in die Schrecken eines Sklavenlebens in Nordafrika und zugleich auch in die Fazination einer fremden Kultur. Ein spannender und zugleich lehrreicher Roman über einen Amrumer Schiffsjungen, der sich die Hoffnung nicht nehmen ließ. Die Geschichte eines erfolgreichen Heimkehrers, der nach 12 Jahren in Sklavenschaft als erwachsener Mann in Pluderhosen und türkischen Pantoffeln und mit Krummsäbel versehen wieder in Süddorf bei seinem Vater auftaucht, dort dann bis zu seinem 46. Lebensjahr als einer der reichsten Männer gelebt hat und auf dem Friedhof von Nebel begraben liegt, wo sein wundervoller Grabstein zu bestaunen ist. - Der Verleger meint: "Ein Leseabenteuer mit Suchtgefahr!"

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Lesermeinung: Endlich mal wieder ein tolles Buch, um aus unserer Welt in die Welt eines Amrumer Schiffsjungen katapultiert zu werden. Am Anfang kommt einen der Schriftsteller noch ein wenig verwirrt vor, als ob er erst einmal selber in seine Geschichte eintauchen muss, aber schon nach 10 Seiten hat er seinen Stil gefunden und man macht sich auf die Reise mit Hark Olufs.
Man schmeckt das Meer, man erlebt die Stürme, man fühlt die Schmerzen die dieser Junge erleiden muss und fiebert mit ihm mit, man wünscht ihm das Beste von der Welt, aber bevor er das bekommt, muß er leiden und man leidet mit ihm. Man könnte meinen, der Schriftsteller ist Hark selbst. Der Orient wird mit so vielen Farben und Facetten beschrieben, dass man denken könnte, er war dabei.
Ein tolles Buch für die Ferien, aber vorsichtig, es macht süchtig, denn man möchte wissen, was aus Hark und seiner Familie wird, wird er das Glück finden und zu seiner großen Liebe zurückkehren, bleibt er Christ oder wird er sich zu Allah bekennen, überlebt er überhaupt die Strapatzen, kann er sich rächen an seinen Peinigern? Alles das sind Fragen, die einen in die Geschichte einwickeln.
Großes Lob an diesen Schriftsteller !!!

gefunden auf www.amazon.de, verfasst von Herrn Spatz

Weitere Besprechungen zum Roman finden Sie unter dem Pfad "Bibliografie..." und "Gesammelte Besprechungen"


Ein kleiner Text (jenseits des Romans) aus der Schreibwerkstatt zum Einstimmen:

            Die Geschichte ist wie eine Insel
               mit einer Schatzsuche &
               die Vergangenheit ein Abenteuer
               für das Überleben

Natürlich ist die Geschichte erfunden
wie das Leben
und die Wirklichkeit

Ich kenne Hark Olufs. Begegnet bin ich ihm immer wieder über die Jahre, wenn ich auf Amrum war. Wie er in türkischer Kleidung umherlief, mit roten Pluderhosen, reich bestickten Pasamaken an den bloßen Füßen und seiner bunten Generalsuniform aus Constantine, verwunderte mich weniger als die Tatsache, dass kein Einheimischer daran Anstoß nahm. Nein, Demut war seine Sache nicht. Eher Stolz und sein nordfriesischer Dickschädel. Er rauchte ungestraft in aller Öffentlichkeit und ließ wie in den Kaffeehäusern von Algier den Tabakrauch durch die Nasenlöcher ziehen. An manchen Tagen fluchte er mit arabischem Dialekt und quoll anschließend über von den seltsamsten Geschichten. Die meisten endeten grausam, weshalb es ihn wohl nicht mehr in die Ferne zog. Dann wieder war er friesisch bedächtig und wortkarg wie die Weite des Meeres ringsum die Menschen stumm machen kann und die Nebel und die Stürme Belanglosigkeiten ersticken. Ich bin ihm manches Mal gefolgt von Süddorf aus hinauf zur Ulfsdüne. Stand dort neben ihm, den breiten Kniepsand unter uns, den Horizont nach Schiffen absuchend. Hörte ihn fluchen über den Leuchtturm, der jedem Mann das Strandgut raube. Eine Erfindung des Teufels seien solche Türme! Meistens lies er mich stehen und verbat sich jede Aufdringlichkeiten. Nur manchmal durfte, mit ihm Treibholz sammeln, um dann zur mitternächtlichen Stunde in der Seekiste von Nebel oder in der Blauen Maus auf halber Strecke nach Wittdün nach einigen Gläsern Whiskey die Orientierung zu verlieren.

Was soll diese Frage? Nein, Hark Olufs trinkt nicht. Ich war es, der den Phantasien nachhing und in Gläser starrte. Hark Olufs ist christlich getauft als Seemann von Amrum, und er ist ein Hadsch, einer, der nach Mekka pilgerte und sein Leben dabei riskierte. Es ist nie ein Thema für ihn gewesen, aber er rührt keinen Alkohol an. Die Versuchung war halt zu groß für mich, ihn, den Helden, männlich, trinkfest erscheinen zu lassen.

Wenn wir schon dabei sind, nein, verstanden habe ich ihn nicht. Mich auch jahrelang nicht mit ihm unterhalten können. Sein Friesisch ist selbst den Eingeborenen auf der Insel nur schwer verständlich, und seine dänische Landessprache weht aus einer anderen Zeit hinüber.

Noch nicht einmal gelesen habe ich von ihm aus erster Hand, da das Friesisch zu seiner Zeit keine Schriftsprache war und er das Schreiben, die brotlose Kunst, den Pfaffen und Gelehrten überlassen wollte. Jede Rechtfertigung, jede Lüge beginnt mit dem ersten Satz einer Geschichte, die man niederschreibt. Das hat er nicht gesagt, es hätte ihm aber sicherlich gefallen. Jeder Geschichtenerzähler ist, je mehr er vorgibt, sich einer wahren Begebenheit zu nähern, je überzeugender er wirkt, je mehr Details ihm Sicherheit verleihen, den Personen und Gegebenheiten gerecht zu werden, nichts anderes, als ein geschickter Lügner. Ein Leben, eine Zeitspanne, noch nicht einmal die Eindrücke eines Moments lassen sich zwischen zwei Buchdeckel pressen. Welch eine Unverfrorenheit, ihm eine umfangreiche schriftliche Lebensbeichte unterzuschieben! Doch mich plagt kein schlechtes Gewissen, hat Hark Olufs doch selbst Halbwahrheiten, Auslassungen und lässliche Lügen in fremde Feder diktiert. Hat er, haben seine Nachfahren mit dem sprechenden Grabstein auf dem Friedhof von Nebel und den stolzen Hinweisen auf seine Geschichte für Generationen Ursachen gesetzt. Soll er sich nur beschweren! Ich haue ihm seine eigenen Worte um die Ohren!

Doch nein, ein Hark Olufs führt über solche Dinge keine Klage. Er lachte nur schallend, als er mich beim Schreiben erwischte. Lachte über die Verschwendung von Lebenszeit, über die Vergeblichkeit meines Bemühens. Meinte nur bei Passagen, die ihm gelungen erschienen, ja, genau so hätte es gewesen sein können - und, je länger er darüber nachdenke, bei Gott, so werde er die Geschichte künftig auch erzählen! Woher ich das nur wüsste, wo ich doch nicht dabei gewesen wäre! Ich solle nur so weitermachen, manch einen würde es auf seinen Spuren an die Mohrenküste locken und ins abenteuerliche Verderben stürzen.

Er ist gegangen, mein Hark Olufs, als er mich erwischte, als ich über seine Frau Elgie und seine Familie und Liebschaften in Algerien schrieb. Dieses Kapitel hat noch nie zu den Geschichten gehört, über die er ein Wort verloren hätte. Es war ihm unangenehm, aber ich glaube, er hat mit mir verziehen. Und der Buchhändler von Amrum, Jens Quedens, ein ordentlicher Kapitän und ein Nachfahre von ihm, flüstert mir zu, vor wenigen Wochen habe Hark Olufs bei ihm den Roman gestohlen. Vielleicht lernt er jetzt Hochdeutsch lesen. So weit hätte er nicht gehen müssen, ich mochte ihn am Ende schon so, wie er war. Ein freier Nordfriese, ein Abenteurer, ein Mensch, der nur hier auf Amrum zuhause sein kann.

Ob wir jetzt miteinander reden können? Ich grüße ihn in seiner Sprache: Leewer duad üs slaaw!

Udo Weinbörner, im Mai 2010

                  Der Hafen von Algier (Stich um 1830)