GEORG BÜCHNER - DAS HERZ SO ROT

 

GEORG BÜCHNER - DAS HERZ SO ROT

Roman

NEU!!! JETZT AUCH ALS E-BOOK ERHÄLTLICH - ZUM EINFÜHRUNGSPREIS VON 2,99 € (bei fast allen wichtigen Anbietern zu beziehen). Verlag tredition (ISBN 978-3-7345-1612-2)

Taschenbuchausgabe bei Horlemann Verlag zum Preis von 13,90 € (ISBN 978-3-89502-357-6)


 

Die Nacht des 1. November 1831
 
In der Nacht des 1. November 1831 steht dieser junge Mann, gestern noch ein Schüler gewesen, 18 Jahre alt, auf den Darmstädter Schlossplatz vor einer Postkutsche und verabschiedet sich von seiner Familie. Er wird nach Straßburg fahren, um dort zu studieren. Er wird aufgeregt gewesen sein, voller Ideen und widersprüchlicher Vorstellungen über dieses Frankreich der Revolutionen.
 
Da steigt er nun in die Kutsche, die mit ihm in die nasse, kalte Novembernacht hinausholpert. Blickt er noch einmal zurück?
 
Keine vier Jahre später, am 13. Juni 1835, stellt das Großherzogliche Hessischer Hofgericht der Provinz Oberhessen einen Steckbrief aus, in dem er wie folgt beschrieben wird:
 
 
Alter: 21 Jahre
Größe: 6 Schuh, 9 Zoll neuen hessischen Maßes    
Haare: blond
Stirne: sehr gewölbt
Augenbrauen: blond
Augen: grau
Nase: stark
Mund: klein
Bart: blond
Kinn: rund
Angesicht: oval
Gesichtsfarbe: frisch
Statur: kräftig, schlank
Besondere Kennzeichen: Kurzsichtigkeit.
Ein Steckbrief, der ihn in die Fremde verbannt, ihm die Rückkehr nach Darmstadt zu seiner Familie unmöglich machen wird.                                                                                                       Noch ahnt er nichts von all dem, da in der Novembernacht 1831 auf dem Schlossplatz Darmstadt. Noch weiß er nicht, dass ihm nur noch fünf Jahre zu leben bleiben. Fünf Jahre, sich zu verlieben, fünf Jahre, um für seine Überzeugungen einzustehen und zu reifen, fünf Jahre, um sein Studium abzuschließen und sich wissenschaftlich zu qualifizieren, fünf Jahre, um mit seiner Sprache, seinen Ideen und seinem Talent in die Literaturgeschichte einzugehen.
 
Er wird sich, wie sein späterer Freund August Becker über ihn nach seinem Tod schreiben wird, lächelnd zu Tode arbeiten. Er wird in seinem 24. Lebensjahr sterben, Steckbrieflich gesucht, als Emigrant in Zürich untergekommen und geachtet als Wissenschaftler.
 
Sein Leben wird unvollendet bleiben und ist ein Wunder zugleich. Kaum etwas von ihm ist fertig geschrieben, und was, wie etwa „Dantons Tod“, veröffentlicht wurde, wird von der Kritik zerrissen, schlimmer noch, vom eigenen Verleger enstellt, und findet nur wenige 100 Leser. Deutschlands klassische Zeit und die Nationaltümmelei und Ritterseeligkeit der Romantiker, und dieser junge Mann wird eine Sprache benutzen, Formen für seine Literatur finden, die erst 100 Jahre später zeitgemäß werden.
 
Doch Büchner sagt die Wahrheit, ist authentisch wie kein Zweiter. Er wird vor dem drohenden Kerker über die Grenze flüchten. – Läßt „Danton“ fragen.
            „Was ist das, was in uns hurt, lügt, stiehlt und mordet?“
            „Wozu sollen wir Menschen miteinander kämpfen, wir sollten uns nebeneinander setzen und Ruhe haben“
Läßt seinen Lenz sagen
            „aber ich, wär ich allmächtig, ..., ich würde retten, retten,...“
Läßt Woyzeck schaudern
            „Jeder ist ein Abgrund, es schwindelt einem, wenn man hinabsieht.“
 
Sein kurzes Leben, herzergreifend tragisch, er wird eine große Liebesgeschichte mit Minna Jaeglé, einer Straßburger Pfarrerstochter, erleben. Cour oder Carreau, Herz oder Karo, hin- und hergerissen zwischen revolutionären Umtrieben und seinem Wunsch, ganz bürgerlich zu heiraten und seiner Liebsten nahe zu sein, wird er eine Liebesgeschichte erleben, durchaus eines Romeo und Julia - Dramas ebenbürtig. Minna wird nach seinem frühen Tod unverheiratet bleiben.
 
All dies nimmt seinen Anfang in der Nacht des 1. November 1831 auf dem Darmstädter Schlossplatz. All dies ist eine Geschichte, die mich gefangen genommen hat und die erzählt werden muss.
 
....... ..

 Quelle: Broschüre des Büchnerhauses Goddelau  /Der hessische Landbote

Tim Voß, Horlemann Verlag und Udo Weinbörner auf der Leipziger Buchmesse 2012